26. Juni 2026: Bildungsfahrt zu Faber-Castell
Freitag – Sonne – heiße Temperaturen
Früh morgens (6.30 Uhr) fuhr der Bus ab in Richtung Nürnberg. In Stein erwartete uns eine Führung bei Faber-Castell, dem wohl bekanntesten Hersteller von holzgefassten Stiften. Die Angebotspalette ist sehr breit gefächert: Vom Castell 9000 (Bleistift in mehreren Härtegraden), Buntstiften, Künstlerstiften bis hin zu den für die allerkleinsten mit dicken Stiften oder Grip für einen besseren Halt beim Schreiben. Außerdem Sondereditionen mit Dinos, Einhörnern oder Kätzle. Dazu kommen noch hochwertige Sonderkollektionen.
Zunächst erfuhren wir viel über die Geschichte von Faber-Castell. Inzwischen ist die 9. Generation am Handeln und die 10. Generation ist wohl auch schon da. Das lässt auf eine 250jährige Geschichte blicken. Angefangen hat es mit Kaspar Faber, dessen Frau und Sohn 1761. Es begann mit 5 Bleistiften am Tag. Der Sohn Anton Wilhelm erwarb das Grundstück in Stein und baute seine Bleistift-Manufaktur. An den ältesten Sohn wurde die Fabrik stets übertragen. Georg Leonhard Faber brachte die Firma durch schwere wirtschaftliche Zeiten. Unter Lothar von Faber entwickelte sich die Firma zu Weltrang. Er hatte einen einzigen Sohn: Wilhelm. Er übernahm in 5. Generation, starb jedoch früh und die beiden Söhne starben im Kindesalter. Seine Frau Ottilie übernahm. Deren Tochter Ottilie „Tilly“ heiratete den Grafen Alexander von Castell-Rüdenhausen. Dabei entsteht der neue Name „Faber-Castell“. Er wird zum Geschäftsführer ernannt. Die beiden haben 5 Kinder. Roland Faber-Castell übernimmt nach dem Tod von Alexander Faber-Castell. Er führt die Firma durch zwei Weltkriege. Anton-Wolfgang von Faber-Castell übernimmt 1978 und erweitert die Produktpalette um holzgefasste Stifte für dekorative Kosmetik. Sicherlich eine Idee seiner Frau, die bei Christian Dior gearbeitet hatte. Er initiierte eine Plantage für Pinienholz in Brasilien. So war man etwas unabhängiger bei der Beschaffung der Rohstoffe. Seit 2017 wird das Unternehmen von einem Vorstand geleitet. Großes Mitspracherecht haben allerdings die 4 Geschwister Charles, Katharina, Victoria und Sarah.
In der Produktion: Die Grundlage ist ein Holzplättchen aus Zedern- oder Pinienholz. In dieses werden Rillen gefräst. Dann wird durchgängig Leim aufgetragen (somit ist die Bruchsicherheit gewährleistet). Anschließend wird die Mine eingelegt und mit dem zweiten Plättchen belegt und gepresst. Trocknungspause. Die Stifte werden auseinander gesägt und kommen zur Lackiererei. Hier durchlaufen sie mehrere Durchgänge, bis die Lackfarbe gut aussieht. Trocknungspause. Das Ende der Stifte werden „versiegelt“. Die Bleistifte (eigentlich besteht ein Bleistift auf Graphit) werden spitz gefräst, die Buntstifte (aus weichen Farbpigmenten) werden über ein Schleifpapier „gespitzt“. Nun fehlen noch die Prägungen (Bleistift-Härte, Logo Faber-Castell, Barcode, Dekoration) und der Grip, den manche Stifte haben. Und zum guten Schluss die Endkontrolle. Sortiert und verpackt werden die Stifte in einem anderen Gebäude in der Nähe des Hafens.
Nach dem LandFrauen Vesper ging es dann nach Nürnberg. In der Bimmelbahn gab es Interessantes über Nürnberg und dessen Geschichte. Bei diesen heißen Temperaturen kam man sich vor wie in der Sauna. Deshalb war ein kühlendes Eis oder ein Besuch in einer kühlenden Kirche angesagt. In Wolpertshausen war Abschluss mit einem gemeinsamen Abendessen.
Ein interessanter Tag ging zu Ende. Und dank unseres erfahrenen Busfahrers Gerd Böltz kamen wir wieder gut in Sulzbach an. Wegen diverser Baustellen hat man auch mal wieder andere Gegenden in unserer schönen Heimat gesehen. Gut, dass sich Herr Böltz gut auskennt!

