13. Juni 2026 - Beiträge - Lockbiene - Rückblick - Autor*in

12. Juni 2026 Obstbau regional – 2. Teil

20260612_160045

Den ganzen Tag über gab es Regen, doch pünktlich um 15.00 Uhr zu unserem Termin in Strümpfelbach, hat es aufgehört. Bei kühlen Temperaturen begrüßte uns Herr Martin Körner und wir liefen gleich zu einer seiner Apfelplantagen. Dort gab er einen kleinen Überblick, wie sich die Äpfel seit der Blüte entwickelt haben. Die Bäume stehen gut da – auch im Hinblick auf Schäden an den Blättern und Äpfeln, so dass Herr Körner davon ausgeht, dass seine Spritzungen richtig terminiert waren. Jetzt muss man nur noch auf den Mehltau aufpassen, solange wie die Triebe noch nicht abgeschlossen haben. Das kann man dann mit Netzschwefel in den Griff bekommen, der ist sogar bio.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Apfelwickler. Daher kommen die wurmigen Äpfel. Gegen ihn wird ebenfalls mit einem Bio-Mittel angegangen. Es sind Granuloseviren, die den Darmtrakt der Apfelwicklerlarven befallen und diese zum Absterben bringen. Bei diesem Wetter wirkt das Mittel sehr gut. Um ihn besser beobachten zu können, werden vom Landwirtschaftsamt Pheromonfallen aufgehängt und regelmäßig kontrolliert.

Ab nächste Woche kommen die Arbeiter, um eine Handausdünnung vorzunehmen. Zuvor gibt es jedoch noch den „Junifall“, d. h. es fallen kleine Äpfel von selbst ab. Die Vorgaben für die Arbeiter sind vielfältig, sollen aber auch nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen. Kriterien sind

– beschädigte, kleine und zu dicht hängende Äpfel
– rote Flecken am Kelch, deutet auf Kelchfäule hin
– Schattenfrüchte an der Astunterseite und im Bauminnern
– Vereinzeln von Mehrfachfruchtständen, dabei wird Größe und Farbe gefördert
– abgenommene Äpfel nicht einfach fallen lassen, sie beschädigen die bleibenden

Das ist in der Praxis nicht so machbar. Es sollte ja nicht zu viel Zeit investiert werden. Deshalb gilt 1 – 2 schöne Äpfel pro Büschel und zu erst muss krankes, krummes oder kleines weg. Dann muss man bei der Ernte nicht jeden einzelnen Apfel anschauen und entscheiden, ob Kiste oder Mostobstbehälter.  Auf der Arbeitsbühne arbeiten vier Personen und unten zwei. Eingearbeitete Arbeiter leiten die neuen mit an. Herr Körner schaut dabei über die Schulter und erklärt die Arbeitsweise. Also er ist immer am hin und her springen.

Seine Bäume stehen locker und schlank, damit die Äpfel viel Licht bekommen. Außerdem sollen die Ausdünner und später die Pflücker die Äpfel nicht suchen müssen. Sie werden ihnen präsentiert. Sie sagen dann „Pflück mich – ich bin schon reif“.